JENNIFER BENNETT


ALOOF

AFOOT

06.-08.11.2020

In der Ausstellung sind Fotos aus der Reihe „Empfängerantennen – forever connected“ und Keramiken aus selbstgesammelter Tonerde aus der Reihe „Stands on all sides“, beide seit 2015, zu sehen. Die beiden Reihen wurden im selben Zeitraum begonnen und stehen thematisch in vielerlei Zusammenhang. Beide können nur durch die BEWEGUNG IM RAUM entstehen. Die Fotos mache ich meist während des Fahrens im Auto oder Zug, die Erde kann ich nur finden, wenn ich verschiedene Orte aufsuche. Lehm ist das Material aus dem seit Jahrtausenden sowohl Gebrauchskunst, wie auch Skulpturen hergestellt werden. Leicht zugänglich, direkt an der Erdoberfläche und auch tiefer, verteilt über die ganze Welt, lässt sich daraus einfach keramische Masse herstellen. Diese verzaubert durch ihre unterschiedliche Farbigkeit und Textur, je nachdem, wo danach gegraben wird und es liegt natürlich auch an der Qualität der Lehmerde in einer Region, ob traditionell grosse Keramikkunst entstanden ist, die auch archiviert werden konnte. Ich sammle die Erde an verschiedenen Orten, manchmal vom Acker, oft auch aus Lehmgruben oder von einer Lehmwand. Die Bearbeitung des Materials zur Gewinnung brauchbarerer keramischer Masse, fördert zudem Erfreuliches, wie unterschiedliche Arten von Kies hervor und lehrt mich viel über die SICH STÄNDIG BEWEGENDE, selbstorganisierende Materie.

Das Aussehen der Empfängerantennen - deren Inneres Funktionieren mir nicht verständlich ist, die aber die materielle Grundlage unserer virtuellen Aktivität während der Bewegung durch die Umgebung sind – ändert sich über die Jahre. 2015, nach der Rückkehr eines Aufenthalts in den USA, fiel mir auf, wie stark die Anzahl an Antennen zunahm. Zudem belustigte mich ihr teils chaotisches und recht individuelles Aussehen. Obwohl die Fotos formal an Porträts erinnern, steht jede von ihnen vor allem für das Kommunikationsfeld, das die gezeigten Anlagen bereithalten.

Ein Teil der hier gezeigten Fotos der Empfängerantennen, entstand auf der Reise nach Portugal in diesem Sommer, die mich unter anderem auch mit Maria Wallace und Tim Schroeder, den Betreiber:innen von Madonna/Nirvana verbindet. Gemeinsam haben wir uns auf den Weg gemacht, der Dominanz des Virtuellen zu entfliehen. Es war ein wohltuender Trip, das Ganze nur von Aussen zu sehen. Abgehoben unterwegs in unseren eigenen Gedanken, mit den Füssen fest auf dem ganz realen Boden, auf dem wir in alle Himmelsrichtungen stehen.